NEPAL NACH DER KATASTROPHE!!

Friends for Nepal – Himalayan Development Aid

Ein kleiner Held, Aayush unser damaliges Patenkind, erweckte in meinem Sohn Stefan das innige Bedürfnis, „seinen kleinen Bruder“ kennen zu lernen. So machten wir uns in den Sommerferien 2088 auf den Weg nach Kathmandu, Nepal…

Ich erinnere mich sehr gut daran, als Stefan bei unserer Rückreise von Pokhara, wieder nahe der Hauptstadt Kathmandu, sehr erleichtert sagte: „Mama, ich glaube, ich hab mein ganzes Leben noch nie soviel gebetet, um gut anzukommen!“ Ein sehr inniges Dankbarkeitsgebet folgte von uns beiden nach OBEN! Jetzt könnt ihr euch vielleicht besser vorstellen, in welchem Zustand die Straßen in Nepal im „Normalzustand“ sind!

Als wir letztendlich von einer in Worten unbeschreiblichen Nepal Reise in Österreich zurück waren, meinte Stefan nach wenigen Tagen: „Mama, die Leute sind soooo arm, aber so lieb und dankbar, denen müssen wir helfen! Der so innige Wunsch von Stefan war noch lange in meinen Ohren, aber auch im Herzen angekommen, so dass mit dieser so innigen Verbindung zu den Menschen, aber auch zum Land und den so besonderen Bergen eine sehr innige Verbindung blieb und eines Tages der Verein Friends for Nepal entstanden ist!

Beim Schreiben dieser Zeilen spüre ich wie sehr ich mit den Menschen aus Nepal verbunden bin. Sehr dankbar für die vielen so innigen Freundschaften, bin ich natürlich auch sehr in Sorge, da ich die Personen kenne, die sich mit der ErstenHilfe-Versorgung auf den Weg ins Katastrophengebiet aufmachen…

Der Ehemann unserer Schuldirektorin, Rewant, ist wie so oft unser Vermittler zwischen Nepal und Österreich und versorgt uns seit dem ersten Tag nach der Flutkatastrophe mit Informationen zum IST Zustand..!!!

Da viele Menschen dankenswerterweise sehr mitfühlend sind und auf das Spendenkonto vom Verein Friends for Nepal zugunsten der Opfer der Flutkatastrophe Geldspenden überweisen, möchte ich einen Tagesbericht von Rewant mit Euch teilen, um erfahren zu können, dass unser Verein und die Nepalesen, welche in unserem Verein tätig sind, mit besten Wissen und Gewissen im Einsatz sind – Gott möge sie bei ihrem Einsatz im Katastrophen schützen!

Rewant am 13. September 2026:

Unsere Hilfe erreicht Kalika im Distrikt Rasuwa

Nach einer langen und schwierigen Fahrt ist unser Team im Katastrophengebiet von Kalika, Ward 2, im Distrikt Rasuwa angekommen.

Die Straßen sind teilweise zerstört, viele Verbindungen unterbrochen und manche Regionen nur noch sehr schwer erreichbar. Rund 40 Kilometer der wichtigen Straße zwischen Bidur, Syabrubesi und Rasuwagadhi sind vollständig unterbrochen. Deshalb war für diesen Einsatz ein geländegängiger 4×4 Lkw notwendig und selbst damit war die Fahrt langsam und beschwerlich.

An Bord befanden sich 50 umfangreiche medizinische Familienpakete, Lebensmittel und zusätzlich 215.000 nepalesische Rupien als direkte Unterstützung für 43 Familien, die bei der Katastrophe einen Angehörigen verloren haben.

Warum wir diesmal nicht einfach Reis und Kleidung gebracht haben????

Nach Katastrophen ist die spontane Hilfsbereitschaft meist groß. Viele Organisationen bringen Lebensmittel, Kleidung und Haushaltsgegenstände. Genau das geschieht derzeit auch in Nepal.

Wir wollten aber nicht einfach das bringen, was wir für richtig halten.

Wir haben zuerst gefragt,

Was wird wirklich gebraucht?

Die Rückmeldung aus Kalika war eindeutig. Lebensmittel und Kleidung sind derzeit vorhanden. Was fehlt, ist medizinische Versorgung. Gleichzeitig sind mehrere Gesundheitseinrichtungen beschädigt oder nicht mehr erreichbar. Drei Gesundheitsposten wurden zerstört, ein Krankenhaus teilweise beschädigt und zwei weitere Einrichtungen sind wegen zerstörter Straßen nicht zugänglich. Zusätzlich wurden bereits verunreinigte Trinkwasserquellen festgestellt und aus Notunterkünften werden Fieber und Durchfallerkrankungen gemeldet.

Genau hier setzen wir an.

50 medizinische Familienpakete

Jede Familie erhält einen stabilen, verschließbaren Koffer, der im Haus bleiben und später wieder aufgefüllt werden kann.

Darin befinden sich unter anderem Medikamente gegen Fieber und Schmerzen, Elektrolyte und ORS gegen Flüssigkeitsverlust, Medikamente gegen Erkältungen und Allergien sowie, wo notwendig, Medikamente für Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes oder Bluthochdruck.

Zur Wundversorgung befinden sich Betadine, Wundreinigung, Watte, Mullbinden, elastische Binden, Pflaster und Fixiermaterial in den Boxen.

Zur Vorbeugung wurden Wasserentkeimungstabletten, Mückenschutz, Seife, Desinfektionsmittel, Masken und Handschuhe beigelegt.

Auch Hygieneartikel wie Zahnbürsten, Zahnpasta, Damenbinden und Windeln für Säuglinge gehören dazu. Jede Box enthält außerdem ein digitales Fieberthermometer.

Das mag auf den ersten Blick unspektakulär wirken, aber nach einer Flut beginnt oft eine zweite Katastrophe.

Nicht mehr durch das Wasser selbst, sondern durch verschmutztes Trinkwasser, entzündete Wunden, Infektionen und fehlende Medikamente.

Ein medizinisches Paket im eigenen Zuhause kann genau in diesen ersten Stunden und Tagen entscheidend sein.

43 Familien haben mindestens einen geliebten Menschen verloren.

Besonders wichtig war uns auch die Unterstützung jener Familien, die einen Angehörigen verloren haben.

Jeder dieser 43 Haushalte erhielt zusätzlich 5.000 Rupien in bar. Das entspricht ungefähr acht bis neun landwirtschaftlichen Tagelöhnen.

Warum Bargeld?

Weil wir nicht entscheiden können, was eine trauernde Familie gerade am dringendsten braucht.

In Nepal entstehen nach einem Todesfall erhebliche Kosten. Für religiöse Rituale, Priester oder Lamas, Brennholz für die Einäscherung und für die Versorgung jener Menschen, die während der Trauerzeit in das Haus der Familie kommen.

Hinduistische Familien durchlaufen die dreizehntägige Kriya. Bei vielen Tamang Familien in Rasuwa folgt später das von Lamas geleitete Ghewa. Diese Rituale sind ein wichtiger Teil des Abschiednehmens und können für ohnehin schwer betroffene Familien eine zusätzliche finanzielle Belastung darstellen.

Noch schwerer ist die Situation für jene, die keinen Leichnam zurückbekommen haben.

Mit Stand 4. September waren 1.294 Todesopfer geborgen worden, während noch 5.053 Menschen als vermisst galten. Viele Familien mussten symbolische Abschiedsrituale durchführen, ohne ihre Angehörigen ein letztes Mal gesehen zu haben.

Genau deshalb haben wir uns dafür entschieden, diesen Familien das Geld ohne Auflagen und ohne Belegpflicht zu geben.

Eine trauernde Familie weiß selbst am besten, was sie in diesem Moment braucht.

Die Dimension der Katastrophe, die Zahlen sind schwer zu begreifen. Noch nie in der Menschheitzsgeschichte, hat es eine derartige Situation gegeben und den Menschen blieb keine Chance des Entkommens!

Mit Stand Anfang September waren

1.294 Todesopfer geborgen

5.053 Menschen weiterhin vermisst

7.570 Häuser zerstört

32.933 Menschen betroffen

Dazu kommen zerstörte Gesundheitseinrichtungen und ganze Regionen, die über den normalen Straßenweg kaum noch erreichbar sind. Die Zahlen verändern sich weiterhin und stellen nur eine Momentaufnahme dar.

Menschen aus Nepal helfen Menschen in Nepal

Die Vorbereitung des Einsatzes wurde von Rewant Bhandari geleitet. Er ist Projektleiter von Friends for Nepal in Nepal und gleichzeitig Vorsitzender unseres Partners Himalayan Joy Force.

Gerade diese enge Zusammenarbeit ermöglicht es uns, schnell zu reagieren. Nicht Wochen später, sondern dann, wenn die Hilfe gebraucht wird.

Mit im Team sind unter anderem Ramesh Raila als Gesundheitsassistent, Mahesh Bista und Kumar Basnet sowie drei junge Freiwillige aus unserem Team. Diese jungen Menschen wollten nicht nur mitfahren und helfen. Sie sammelten zusätzlich Lebensmittel in ihrer eigenen Gemeinde für die betroffenen Familien.

Vor Ort koordiniert Umesh Neupane, Vorsitzender von Kalika Ward 2, gemeinsam mit unserem Team die Verteilung. Genau das ist die Art von Hilfe, für die Friends for Nepal steht.

Gemeinsam mit Menschen vor Ort, mit lokalen Partnern, mit Verantwortung und vor allem mit der Frage

Was braucht ihr wirklich?

Was wir bisher erreicht haben

In der ersten Phase der Katastrophenhilfe haben wir bereits 5.000 Euro über Chay Ya Austria bereitgestellt.

Damit konnten 229 Familien in Bidur im Distrikt Nuwakot und in Gajuri im Distrikt Dhading mit Lebensmitteln, Planen und grundlegenden Haushaltsartikeln unterstützt werden.

Der zweite Einsatz in Kalika umfasst nun die 50 medizinischen Familienpakete, den Transport mit dem Lkw, 215.000 Rupien direkte Unterstützung für die Hinterbliebenen sowie die Kosten des Einsatzteams. Der Bürgermeister von Dakshinkali und sein Team baten direkt um Hilfe bei Friends for Nepal – Himalayan Development Aid

Damit haben wir seit dem 26. August bereits rund 10.000 Euro für zwei Hilfsaktionen zugesagt und insgesamt 272 Haushalte in drei Gemeinden in Nuwakot, Dhading und Rasuwa erreicht.

Doch die nächste große Herausforderung steht bereits vor der Tür

Der aktuelle Einsatz ist finanziert, der Winter ist es noch nicht.

Tausende Menschen leben derzeit unter Planen oder in provisorischen Unterkünften und Schulgebäuden.

In wenigen Wochen werden die Temperaturen deutlich fallen, in höheren Regionen kommt Schnee.

Deshalb wird unsere nächste große Aufgabe darin bestehen, warme und winterfeste Notunterkünfte zu schaffen und Familien mit dem Nötigsten für die kalten Monate zu versorgen. Genau dafür brauchen wir weiterhin Unterstützung.

Wir werden nicht nach wenigen Wochen verschwinden, wir wollen die Menschen auch durch die nächste Phase begleiten.

Erste Hilfe

Medizinische Versorgung

Winterhilfe.

Und danach, wo es möglich und sinnvoll ist, Unterstützung beim Wiederaufbau.

Danke an unser gesamtes Team in Nepal.

Danke an Himalayan Joy Force.

Danke an Chay Ya Nepal.

Danke an die freiwilligen Helferinnen und Helfer.

Und vor allem danke an all jene Menschen in Österreich, Future4children Deutschland, Hongkong, Amerika, Dubai und darüber hinaus, die uns ihr Vertrauen schenken und mit ihrer Spende ermöglichen, dass wir dort handeln können, wo Hilfe tatsächlich gebraucht wird.

Dieser Lkw ist bezahlt, der nächste noch nicht und der Winter wartet nicht.

Wer unsere Katastrophenhilfe unterstützen möchte

Friends for Nepal – Himalayan Development Aid

IBAN AT43 2040 4000 4048 8926

BIC SBGSAT2S

Spenden an Friends for Nepal sind in Österreich steuerlich absetzbar.

Jeder Beitrag hilft. Und manchmal bedeutet Hilfe nicht, möglichst viel zu bringen. Sondern genau das Richtige. Zur richtigen Zeit. An den richtigen Ort.

NAMASTE IHR LIEBEN IN NEPAL!